Celitement ist ein neues Bindemittel der Gruppe der CSH-Binder. Die Erforschung der Grundlagen und die Entwicklung des Verfahrens zur Herstellung erfolgten am Karlsruher Institut für Technologie (KIT).
Celitement ist mit portlandzementklinkerhaltigen Normzementen vergleichbar und basiert auf bisher unbekannten Calciumhydrosilikaten (h-C-S-H), die nach dem Anmachen unter Bildung von Calciumsilikathydraten (CSH-Phasen) erhärten. Die Herstellung erfolgt in einem zweistufigen Verfahren, in dem maximale Temperaturen um 200 °C erreicht werden. Rohstoffe sind z. B. gebrannter Kalk und Sand. Der Kalk- und Energiebedarf sind verglichen mit der Herstellung von Portlandzement deutlich geringer. Bei der Herstellung wird im Vergleich zur Herstellung von einem reinen Portlandzement erheblich weniger CO2 emittiert, sie ist aber auch mit höheren Kosten verbunden.
Leistungsparameter des neuen Bindemittels sind bisher nur wenig verfügbar - insbesondere bezogen auf die Dauerhaftigkeitskenngrößen. Untersucht werden muss zum Beispiel der Korrosionsschutz des Bewehrungsstahls im Stahlbeton, da das Calciumhydroxid als Hydratationsprodukt fehlt. Ggf. kann das Fehlen der Alkalitätsreserve gegen eine Absenkung des pH-Werts durch Carbonatisierung durch sehr dichte Gefüge eines mit diesem Bindemittel hergestellten Betons kompensiert werden.

Literatur

  • Stemmermann, P.; Schweike, U.; Garbev, K.; Beuchle, G.; Möller, H.: Celitement – eine nachhaltige Perspektive für die Zementindustrie. In: Cement-International 5/2010, S. 52
  • Achternbosch, Matthias: Technikfolgenabschätzung zum Thema Betone der Zukunft – Herausforderungen und Chancen. In: Betone der Zukunft. Tagungsband zu 14. Symposium Baustoffe und Bauwerkserhaltung. Karlsruher Institut für Technologie (KIT), 21. März 2018